Die Vorsorgeuntersuchung des Mannes

Das Thema der jährlichen Vorsorgeuntersuchung wird leider immer noch von den meisten Männern tabuisiert, nur ca. 15 % der über 45-Jährigen gehen zur regelmäßigen Untersuchung, dabei stellen der Prostata- und der Dickdarmkrebs die beiden häufigsten Tumorerkrankungen des älter werdenden Mannes dar. Die Vorsorgeuntersuchung  oder Früherkennungsuntersuchung erhält zwar niemanden gesund, sie kann aber neu auftretende Erkrankungen noch frühzeitig erkennen, sodass noch rechtzeitig eine Behandlung eingeleitet werden kann. So ist das Frühstadium des Prostatakrebses in fast 80% heilbar.

Die Empfehlung der Krankenkassen lautet: Einmal jährlich Vorsorgeuntersuchung mit Befragung des Patienten, Abtastung des Enddarms und der Prostata, Inspektion der Haut und ab dem 50. Lebensjahr 3 Stuhlproben auf Blutbeimengungen. Ab dem 55. Lebensjahr werden komplette Dickdarm-Spiegelungen empfohlen und bezahlt.

Reicht dies alles als Früherkennung aus? Die Deutsche Gesellschaft für Urologie meint nein!

Von urologischer Seite wird zusätzlich empfohlen:
  • Jährliche PSA-Bestimmung ab dem 45. Lebensjahr.
  • Die Kosten von 20 Euro werden jedoch leider von den gesetzlichen Krankenkassen nicht getragen.
  • Zusätzliche Ultraschalluntersuchung der Prostata und der Samenblasen mittels Aftersonde.
  • Gegebenenfalls Ultraschalluntersuchung von Nieren und Blase zur Früherkennung von Organerkrankungen.
Bei der Früherkennungsuntersuchung führt der Arzt eine Tastuntersuchung durch. Weil die Vorsteherdrüse dabei mit dem Finger durch den Enddarm abgeta­stet wird, bezeichnet man dieses Verfahren auch als digital-rektale Untersuchung (DRU). Vor allem gutartige Vergrößerungen, aber auch ver­dächtige Knoten und Verhärtungen, können dabei gut ertastet werden, vorausgesetzt, sie befinden sich an einer für den Arzt zugänglichen Stelle. Da die ringförmig um die Harnröhre liegende Prostata in alle Richtungen wachsen kann und viele Tumoren in einem frühen Krankheitsstadium kaum vergrößert sind oder einen unauffälligen Tastbefund ergeben, bietet die DRU allerdings keine 100-prozentig sichere Früherkennung. Eine sinnvolle Ergänzung der Tastuntersuchung kann der so genannte PSA-Test sein. PSA (Prostata Spezifisches Antigen) ist ein Eiweiß, das auch von „normalen" Prostatazellen gebildet wird. Überschreitet der PSA-Wert aber eine bestimmte Grenze, kann dies ein Anzeichen für  ein Prostatakarzinom sein.Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird eine Blutprobe entnommen. Bei gesunden Männern liegt der Grenzwert - je nach Alter und in Abhängig­keit von verschiedenen anderen Faktoren - unter 4 ng/ml. Ein höherer Wert bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, aber das Risiko, dass der Betroffene an einem Prostatatumor erkrankt ist, ist deutlich erhöht.Zu berücksichtigen ist auch die Anstiegsgeschwindigkeit des PSA im Verlauf.Die Früherkennungsuntersuchung mit dem PSA-Test sollte unbedingt von einem erfahrenen Arzt Ihres Vertrauens durchgeführt werden. Er kann Sie auch über den Nutzen, das Risiko und ggf. notwendige weitere Untersuchungen informieren.Wird ein höherer PSA-Wert als 4 ng/ml  gemessen und/oder zeigt sich eine  verdächtige Tastuntersuchung der Prostata, so sind Folgeuntersuchungen nötig, um die die Ursache weiter zu erforschen.  PSA- Wert: immer wieder diskutiertÜber die Bedeutung des PSA-Werts und den Sinn des PSA-Tests im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung ist in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert worden. Dabei argumentieren die Kritiker, dass vielen Männern durch erhöhte PSA-Werte unnötig Schrecken eingejagt wird, ein erhöhter PSA-Wert aber noch lange nicht gleichbedeutend mit Krebs ist. Das ist  richtig, denn  auch gesundes Prostatagewebe produziert PSA, deswegen ist die Substanz kein „Tumormarker" im eigentlichen Sinne. Allerdings erhöht 1 Gramm gesundes Prostatagewebe den PSA-Wert nur um rund 0,3 ng/ml, 1 Gramm Tumorgewebe dagegen um das 10-Fache. Ein starker Anstieg des PSA-Werts kann daher ein wichtiger Hinweis auf einen bösartigen Tumor sein. Je früher der PSA-Wert erstmals ermittelt wird und je regelmäßiger die Kon­trolle erfolgt, desto besser kann der Anstieg im Einzelfall beurteilt werden.

Wir empfehlen daher die erweiterte urologische Vorsorgeuntersuchung.  

Bitte beachten Sie auch unseren Artikel "PSA-Wert"