Sterilisation des Mannes (Vasektomie)

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Bei der Sterilisation des Mannes werden die Samenleiter durchtrennt. Die Funktion der Hoden (Hormonproduktion) bleibt vollständig erhalten, dort gebildete Samenzellen werden vom Körper im Nebenhoden abgebaut. Auch die Fähigkeit zur Gliedversteifung und zum Samenerguss bleiben unverändert erhalten. Die Samenflüssigkeit enthält aber keine Samenzellen mehr, eine weitere Zeugungsfähigkeit ist damit ausgeschlossen. Die Vasektomie gilt als die derzeit sicherste, effektivste, kostengünstigste und einfachste Methode zur Verhütung für Männer, deren Familienplanung abgeschlossen ist. Die Operation selbst ist unkompliziert und sicher, sie wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Der Entschluss, eine Vasektomie vornehmen zu lassen ist sehr weitreichend und sollte in jedem Fall gut bedacht werden.

Gehen Sie davon aus, dass die Vasektomie ein endgültiger Schritt ist und nur mit hohem Aufwand und unsicherem Erfolg wieder rückgängig gemacht werden kann. Sie sollten sich daher sicher sein, wenn sie sich zu einer Vasektomie entschließen. In keinem Fall sollten Sie aus einer Laune oder einer speziellen Situation heraus eine Entscheidung zur Vasektomie treffen.

Halten Sie sich vor Augen,
  • dass Sie nach dem Eingriff keine Kinder mehr zeugen können.
  • dass die Entscheidung gemeinsam mit der Partnerin getroffen werden sollte.
  • dass infolge geänderter Lebensumstände (z. B. eine neue Partnerschaft) wieder ein Kinderwunsch entstehen kann.
  • ob Sie alt genug sind, um sich Ihrer Entscheidung sicher sein zu können.
  • dass Sie alle Für und Wider gegeneinander abgewogen haben.

Das Vorgespräch

Grundsätzlich kann jeder erwachsene Mann diesen Eingriff vornehmen lassen. Bereits vorhandene eigene Kinder oder ein Einverständnis der Partnerin sind dabei keine rechtliche Voraussetzung.
Voraussetzung für die Durchführung der Sterilisation ist eine eingehende persönliche Beratung und Aufklärung durch einen Urologen sowie eine im Anschluss schriftlich niedergelegte Einwilligung in den Eingriff.
Bitte stellen Sie alle Fragen, die Ihnen auf dem Herzen liegen in diesem Beratungsgespräch. Die Teilnahme der Partnerin an diesem Gespräch ist oft hilfreich.
Nach dem Gespräch erhalten Sie Ihren Aufklärungsbogen und OP-Termin.

Seit 2004 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) die Kosten für die Sterilisation oder Vasektomie nicht mehr, die Operation wird über die so genannte “Gebührenordnung für Ärzte” (GOÄ) auf Privatbasis abgerechnet.

Der Eingriff

Wie bei Operationen üblich, muss die Behaarung um die zu operierende Stelle entfernt werden. Am besten, Sie entfernen die ganze Schambehaarung. Ob die Entfernung der Haare mit Rasur oder Enthaarungscreme erfolgt ist unerheblich. Vor der Operation (nach der Rasur) muss der Genitalbereich selbstverständlich gewaschen (duschen) werden.

Sollten Sie blutgerinnungshemmende Medikamente (Acetylsalicylsäure, Aspirin®, ASS, Godamed®, Marcumar®, Plavix®, Iscover® etc.) einnehmen, bitten wir Sie, diese nach Rücksprache mit ihrem Hausarzt und uns 10 Tage vor dem Operationstermin abzusetzen oder auf geeignete Präparate umzusetzen. Beachten Sie unbedingt, dass auch viele Schmerzmittel (Kopfschmerztabletten) Acetylsalicylsäure enthalten und die Blutgerinnung negativ beeinflussen können. Auch derartige Medikamente dürfen 10 Tage vor der Operation nicht eingenommen werden.

Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt, daher können Sie frühstücken oder eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen, Sie brauchen also nicht nüchtern zu sein. Für den Eingriff werden Sie sich etwa eine Stunde in unserer Praxis aufhalten.
Nach der Desinfektion werden die Samenleiter jeweils durch eine Spritze am Hodensack betäubt. Es wird etwa 15 bis 20 Minuten dauern bis die Betäubung richtig wirkt.

Vasektomie
Abb. 1 Schema des männlichen Genitale.

Ungefähre Lage und Größe der Schnitte
Abb. 2
Ungefähre Lage und Größe der Schnitte.

Operationsgebiet
Abb. 3
Nach Eintritt der örtlichen Betäubung wird das Operationsgebiet erneut desinfiziert und abgedeckt.

Der Samenleiter wird unter der Haut getastet.
Abb. 4
Der Samenleiter wird unter der Haut getastet.

Mitt speziellen Klemmen werden die Samenleiter unter der Haut festgehalten.
Abb. 5
Mit speziellen Klemmen werden die Samenleiter unter der Haut festgehalten.

Ein kleiner Hautschnitt (ca 5 bis 10 mm).
Abb. 6
Ein kleiner Hautschnitt (ca 5 bis 10 mm). Durch die Spannung tritt der Samenleiter automatisch hervor.

Es wird ein Stück vom Samenleiter herausgeschnitten.
Abb. 7
Es wird ein Stück vom Samenleiter herausgeschnitten, die Enden abgebunden und durch Hitze verschlossen. Die Enden der Samenleiter werden in verschiedenen Gewebebereichen versenkt.

Operation der zweiten Seite
Abb. 8
Man lässt das Ganze nun ruhen und beginnt mit der Operation der zweiten Seite. Ist auch diese Seite abgeschlossen und treten keine besonderen Blutungen mehr auf werden die Schnitte am Hodensack genäht.

Am Ende der Operation bleiben zwei kleine Wunden.
Abb. 9
Am Ende der Operation bleiben zwei kleine Wunden.


Unterschied zur „Non-Skalpell-Methode“
Für die Durchtrennung des Samenleiters muss die Haut in irgendeiner Form mit einem Instrument eröffnet werden.  Bei der in unserer Praxis zur Anwendung kommenden Operationstechnik  wird der Samenleiter mit einer speziellen Klemme (ähnlich der sog. „Non-Skalpell-Methode“)  unter der Haut fixiert.  Die Eröffnung der Haut erfolgt jedoch in Form einer Mini-Inzision mit einem Skalpell und nicht mit einem stumpfen Gegenstand wie bei der  „Non-Skalpell-Methode“.  Ein glatter Schnitt traumatisiert weniger und verheilt später besser als eine durch stumpfe Quetschung erzeugte Öffnung. Die Größe der Schnitte ist bei unserer Methode identisch zu den Hautöffnungen der  „Non-Skalpell-Methode“.


Die Operation dauert etwa dreißig Minuten. Wenn der Eingriff problemlos verlief können Sie direkt im Anschluss nach Hause gehen. Ein Schmerzmittel, für den Fall dass nach dem Abklingen der Betäubung Wundschmerzen auftreten, bekommen Sie mit.


Nach dem Eingriff:

Es kann unter Umständen - wie nach jeder Operation - zu verschiedenen Problemen in den nächsten Tagen kommen. Eine Nachblutung kann auftreten, die dann wie ein blauer Fleck aussieht oder zu einer erheblichen Schwellung des Hodensacks führt. Dies ist jedoch in der Regel ungefährlich. Manchmal kann sich auch ein sog. Spermagranulom bilden, das sich in einer erbsen- bis kirschgroßen Schwellung am Samenleiter bemerkbar macht, üblicherweise nicht schmerzhaft ist und sich nach einiger Zeit von selbst wieder zurückbildet.

Bitte beachten Sie:
  • Bitte begeben Sie sich nach OP umgehend nach Hause, Sie sollten sich von einer Begleitperson abholen lassen.
  • Körperliche Schonung ist für den Heilungsverlauf sehr wichtig. Legen Sie sich ins Bett oder auf die Couch. Vermeiden Sie körperliche Betätigung und pausieren Sie eine Woche mit jeder Art von sexuellen Handlungen um die Wundheilung nicht zu gefährden.
  • Gegen Schmerzen und Schwellung im Operationsgebiet hilft Kühlung des Hodensacks. Tragen Sie eine enge Unterhose.
  • Bei Auftreten von Komplikationen (Blutung, Fieber oder Schüttelfrost) erreichen Sie uns auch Nachts und am Wochenende über die Praxistelefonnummer.
  • Nach zwei Tagen können Sie das Pflaster entfernen und sollten täglich kurz duschen, (keine Seife im Genitalbereich anwenden).
  • Treiben Sie eine Woche keinen Sport, vermeiden Sie in dieser Zeit auch körperlich schwere Arbeit.
  • Routinekontrollen sind nicht erforderlich, die Fäden lösen sich nach 2 Wochen auf. Sollten Sie aber unsicher sein oder noch Fragen haben, bitte kommen Sie in der Praxis vorbei oder rufen Sie uns an.
  • Verhüten Sie weiter wie bisher, bis nach frühestens 8 Wochen nach der Operation zwei Samenproben ohne Nachweis auch nur eines einzigen Samenfädchens sind. Vorher ist eine sichere Empfängnisverhütung durch die Samenleiterunterbindung nicht gewährleistet.


Preise:

Vorgespräch €   30,83
Sterilisationsoperation € 278,33
Spermakontrolluntersuchungen  
€   16,78
(nach GOÄ)

Weitere Informationen:

Pro familia: http://www.profa.de/
http://www.vasektomie.de/

telefonische Kontaktaufnahme

Ich wünsche eine telefonische Kontaktaufnahme mit der urologischen Gemeinschaftspraxis zur Planung eines persönlichen Vorgespräches zur Sterilisationsoperation.

Beachten Sie bitte, dass wir bei elektronischen Anfragen zur Kontaktaufnahme mit Ihnen die nachfolgend erfragten personenbezogenen Daten benötigen. Wir sichern Ihnen zu, dass diese Daten nur zum Zwecke der Bearbeitung Ihrer Anfrage erhoben und verarbeitet werden. Durch das Absenden der untenstehenden Kontaktanfrage erklären Sie sich mit der Erhebung und Verarbeitung Ihrer persönlicher Daten in elektronischer Form und Papierform einverstanden. Ihre Nachrichten werden höchstens für die Dauer von 10 Jahren archiviert.

Haben Sie Fragen oder Anregungen? Schreiben Sie uns! Sie können uns auch telefonisch erreichen unter 0661 4802560

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