Prostatakarzinom

Informationen über das Prostatakarzinom (bösartiger Tumor der Prostata)

Die Diagnose eines Prostatakarzinoms (bösartige Erkrankung der
Vorsteherdrüse) ist ein großer Einschnitt im Leben eines Mannes und seiner Angehörigen.

Leider ist das Prostatakarzinom mit über 60.000 Neu-Erkrankungen pro Jahr in Deutschland eine häufig gestellte Diagnose.  Das Prostatakarzinom ist aber in vielen Fällen heilbar. Jedoch sind die  Therapiemöglichkeiten vielfälltig und für den Patienten und seine Angehörigen  oft verwirrend. Insbesondere die Entscheidung welche Therapieform für den Patienten in seiner individuellen Lebenssituation die Beste ist, ist eine Herausforderung.

Da das Prostatakarzinom in der Regel ein langsam wachsender Tumor ist, haben Sie genügend Zeit eine Entscheidung zu treffen.

Wir werden sie bei der Entscheidungsfindung nach allen Kräften unterstützen. Die folgenden Informationen sollen Ihnen zunächst einen Überblick vermitteln.
Zusätzlich werden Ihnen Web-Adressen angegeben, die mehr ins Detail  
gehende Informationen für Sie bereit halten.
Natürlich sind diese Informationen nur ergänzend und ersetzen keinesfalls das vertrauensvolle Gespräch mit ihrem behandelnden Urologen.

1. Lage und Funktion der Prostata

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, hat normaler Weise die Form und Größe einer Kastanie. Sie befindet sich direkt unterhalb der Harnblase und umgibt den oberen Teil der Harn¬röhre wie einen Ring.

Das Prostatasekret, das den grö߬ten Teil der Samenflüssigkeit bildet, sorgt  für die Nährstoff¬versorgung und Fortbewegungsfähigkeit der Spermien auf ihrem Weg zur Eizelle. Die Prostata verschließt beim Orgasmus den Blasenhals, damit sich das Sperma nach vorne ergießt. Durch ihre Lage am Übergang zwi¬schen Harnblase und Harnröhre unterstützt die Prostata zusätzlich den sicheren „Verschluss" der Harnblase.

Mit zunehmendem Alter vergrößert sich die Vorsteherdrüse, manchmal wächst sie bis auf Pfirsichgröße. Je umfangreicher sie wird, desto mehr kann sie die Harnröhre verengen. Fast jeder zweite Mann über 60 bekommt da¬durch Probleme beim Wasserlassen. Wodurch es zum Wachstum von gutartigem Drüsengewebe oder Prostata¬tkarzinomen kommt, ist trotz intensiver Forschung bis heute nicht genau geklärt.


Vasektomie



2. Zahlen und Fakten zum Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist der häufigste Tumor beim Mann.
Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.
Die Erkrankungshäufigkeit steigt mit zunehmendem Alter an. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei ca. 69 Jahren. In Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 63.000 Männer,
etwa 12.500 Männer sterben jährlich an einem Prostatakarzinom.
Die Art der Behandlung hängt vor allem davon ab, wie aggressiv der Krebs wächst und wie weit er bereits fortgeschritten ist.

Durch die Vorsorge und den Einsatz von PSA (Prostata Spezifisches Antigen) steigt der Anteil der Prostatakarzinome, die in einem frühen Stadium entdeckt werden, an. Männer, deren Brüder und/ oder Väter an einem Prostatakarzinom erkrankt sind, haben ein zweifach erhöhtes Risiko, ein Prostatakarzinom im Laufe ihres Lebens zu entwickeln.

Auch im fortgeschrittenen Stadium kann heute das Prostatakarzinom meist über viele Jahre erfolgreich in Schach gehalten werden.

3. Prostatakarzinom

In der Regel entsteht das Prostatakarzinom im äußeren Teil der Vorsteherdrüse, wo er im Rahmen einer Tastuntersuchung  entdeckt werden kann. Da der Krebs ohne Behandlung häufig  Tochtergeschwülste (Metastasen) in Lymphknoten oder Knochen bildet, sollte möglichst rasch mit einer gezielten Therapie begonnen werden.
Problematisch am Prostatakarzinom ist, dass es im Frühstadium meist über¬haupt keine Beschwerden verursacht. Treten Probleme auf etwa Schwierigkeiten mit der Miktion, Blut im Urin oder Knochenschmerzen  kann dies ein Hinweis darauf sein, dass das Krebswachstum schon fortgeschritten ist.

Je früher das Prostatakarzinom entdeckt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Regelmäßige Vorsorge ist deswegen wichtig. Ab dem 45. Lebensjahr (Männer mit erstgradien Verwandten z.B. Brüdern, die am Prostatakarzinom erkrankt sind schon ab dem 40. Lebensjahr) sollten Männer eine jährliche Früherkennungsuntersuchung durchführen lassen.

3.1 Diagnose

Bei der Früherkennungsuntersuchung führt der Arzt eine Tastuntersuchung durch. Weil die Vorsteherdrüse dabei mit dem Finger durch den Enddarm abgeta¬stet wird, bezeichnet man dieses Verfahren auch als digital-rektale Untersuchung (DRU). Vor allem gutartige Vergrößerungen, aber auch ver¬dächtige Knoten und Verhärtungen, können dabei gut ertastet werden, vorausgesetzt, sie befinden sich an einer für den Arzt zugänglichen Stelle. Da die ringförmig um die Harnröhre liegende Prostata in alle Richtungen wachsen kann und viele Tumoren in einem frühen Krankheitsstadium kaum vergrößert sind oder einen unauffälligen Tastbefund ergeben, bietet die DRU allerdings keine 100-prozentig sichere Früherkennung.

Eine sinnvolle Ergänzung der Tastuntersuchung kann der so genannte PSA-Test sein. PSA (Prostata Spezifisches Antigen) ist ein Eiweiß, das auch von „normalen" Prostatazellen gebildet wird. Überschreitet der PSA-Wert aber eine bestimmte Grenze, kann dies ein Anzeichen für  ein Prostatakarzinom sein.
Zur Bestimmung des PSA-Wertes wird eine Blutprobe entnommen. Bei gesunden Männern liegt der Grenzwert -je nach Alter und in Abhängig¬keit von verschiedenen anderen Faktoren - unter 4 ng/ml. Ein höherer Wert bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, aber das Risiko, dass der Betroffene an einem Prostatatumor erkrankt ist, ist deutlich erhöht.
Zu berücksichtigen ist auch die Anstiegsgeschwindigkeit des PSA im Verlauf.
Die Früherkennungsuntersuchung mit dem PSA-Test sollte unbedingt von einem erfahrenen Arzt Ihres Vertrauens durchgeführt werden. Er kann Sie auch über den Nutzen, das Risiko und ggf. notwendige weitere Untersuchungen informieren.
Wird ein höherer PSA-Wert als 4 ng/ml  gemessen und/ oder zeigt sich eine  verdächtige Tastuntersuchung der Prostata, so sind Folgeuntersuchungen nötig, um die Diagnose abzusichern. Im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung der Prostata über den Enddarm (transrektale Ultraschallsonographie, TRUS) werden in unserer Praxis  unter örtlicher Betäubung Gewebeproben (Biopsie) aus der Prostata entnommen.
Nach der Diagnose eines Prostatakarzinoms sind ggf. weitere Untersuchungen sinnvoll z. B. eine Knochenuntersuchung.

PSA- Wert: immer wieder diskutiert
Über die Bedeutung des PSA-Werts und den Sinn flächendeckender PSA-Tests ist in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert worden. Dabei argumentieren die Kritiker, dass vielen Männern durch erhöhte PSA-Werte unnötig Schrecken eingejagt wird, ein erhöhter PSA-Wert aber noch lange nicht gleichbedeutend mit Krebs ist.
Das ist  richtig, denn  auch gesundes Prostatagewebe produziert PSA, deswegen ist die Substanz kein „Tumormarker" im eigentlichen Sinne. Allerdings erhöht 1 Gramm gesundes Prostatagewebe den PSA-Wert nur um rund 0,3 ng/ml, 1 Gramm Tumorgewebe dagegen um das 10-Fache. Ein starker Anstieg des PSA-Werts kann daher ein wichtiger Hinweis auf einen bösartigen Tumor sein. Je früher der PSA-Wert erstmals ermittelt wird und je regelmäßiger die Kon¬trolle erfolgt, desto besser kann der Anstieg im Einzelfall beurteilt werden.
Auch wenn die PSA Bestimmung aus eigener Tasche bezahlt werden muss.

3.2 Prognose

Die Heilungs- bzw. Überlebenschancen beim Prostatakarzinom hängen vor allem davon ab, wie weit der Tumor bei Diagnosestellung fortgeschritten ist. Wir als behandelnde Urologen können das individuelle Krankheitsbild am besten beurteilen.

Wird der Tumor im Frühstadium entdeckt, zählt das Prostatakarzinom heute zu den heilbaren Erkrankungen. Ist das Prostatakarzinom noch auf die Vor¬steherdrüse begrenzt, überleben ca. 80 Prozent der Patienten die folgenden zehn Jahre.
Bei Patienten, deren Tumoren bereits auf andere Organe übergegriffen haben, ist die 10-Jahres-Überlebensrate deutlich geringer.
Je intensiver Sie an der Behandlung Ihrer Erkrankung mitarbeiten, desto größer sind auch Ihre Chancen.

Wie weit fortgeschritten ist das Prostatakarzinom?
Vor der Entscheidung für eine bestimmte Therapie muss der Ausbrei¬tungsgrad des Tumors festgestellt werden. Dafür stehen verschiedene Systeme zur Verfügung.
Zu den gebräuchlichsten zählt das TNM-System. Darin werden Krebs¬erkrankungen nach der Größe des Tumors (T), dem Auftreten von Metastasen in den Lymphknoten (N von lateinisch nodus = Knoten) und dem Auftreten von Metastasen in anderen Organen (M) eingeteilt. Das TNM-System ist bei der Auswahl der individuellen Krebsbehandlung ent¬scheidend.
Ein weiterer wichtiger Faktor zur Beurteilung der Behandlungsaussichten ist die nach dem amerikanischen Arzt Dr. Donald Gleason benannte Gleason-Summe. Sie teilt das Tumorgewebe nach dem Grad seiner Aggressivität in Punkte ein. Ein Wert unter 7 spricht dabei für eine günsti¬gere, ein Wert darüber für eine schlechtere Prognose.

3.3 Therapie

Grundsätzlich kann das Prostatakarzinom operiert, bestrahlt oder mit Medika¬menten behandelt werden. In einzelnen Fällen ist auch eine engmaschige Überwachung möglich. Häufig werden die verschiedenen Therapie¬möglichkeiten auch miteinander kombiniert oder nacheinander ange¬wandt.
Während die Verfahren zur Behandlung lokal begrenzten Prostatakarzinoms auf Heilung abzielen, geht es im fortgeschrittenen Krankheitsstadium darum, das Tumorwachstum zum Stillstand zu bringen, den Patienten schmerzfrei zu halten und ihm dadurch eine hohe Lebensqualität zu ermöglichen.

3.3.1 Behandlungsmöglichkeiten beim lokalen Prostatakarzinom

- Operation ( Radikale Prostataektomie)
Hat sich der Tumor noch nicht über die Prostata hinaus ausgeweitet und noch keine Tochtergeschwülste gebildet, wird häufig operiert. Durch einen Schnitt unterhalb des Nabels oder am Damm zwischen Hodensack und Darmausgang wird die Prostata einschließlich der Samenbläschen kom¬plett entfernt. Weitere Möglichkeiten der Operation sind laparoskopische oder roboterassistierte Verfahren.
Die Nervenstränge, die für die Erektion des männlichen Gliedes verant¬wortlich sind und rechts und links an der Prostata entlang verlaufen, können unter bestimmten Bedingungen erhalten werden, so dass  die Potenz nach der Operation erhalten bleiben kann.
Die  Patienten, die nicht Potenz erhaltend operiert werden können, verlieren in der Regel ihre Erektionsfähigkeit.
Trotzdem können die Patienten mit Hilfsmitteln nach Operation noch Geschlechtsverkehr haben.

 Weitere Folgen können sein: Thrombosen, Nachblutungen und - zumindest vorübergehend - Harninkontinenz (unfreiwilliger Harnverlust).

- Strahlentherapie (Radiotherapie)
Alternativ zur Operation kann der Tumor bestrahlt werden. Ist der Krebs bereits lokal fortgeschritten, wird die Bestrahlung oft in Kombination mit einer Hormontherapie durchgeführt.

Bestrahlung von außen
Ziel der Strahlentherapie ist es, die Krebszellen zu vernichten. Dazu wird die Region, in der der Tumor sitzt - unter Umständen auch die Lymphknoten im Beckenraum - von außen bestrahlt (perkutane Bestrahlung). Der betroffene Bereich der Prostata wird mehrmals in der Woche und über einen Zeitraum von mindestens acht Wochen bestrahlt.
Dank moderner Geräte kann die Strahlung so exakt platziert werden, dass gesundes Gewebe kaum in Mitleidenschaft gezogen wird. Trotzdem führt dieses Verfahren in einem Teil  der Fälle zu Entzündungen und Beschwerden im Enddarmbereich und der Blase. Auch hierbei kann die Potenz der Patienten leiden.

Bestrahlung von innen
Die Bestrahlung kann alternativ auch „von innen" durchgeführt werden. Bei der permanenten „Seed"-Implantation werden sehr kleine, radioaktiv geladene Metallstifte in die Prostata implantiert. Dort geben sie über mehrere Monate Strahlung ab. Sie können dann dauerhaft in der Prostata verbleiben.
Die Nebenwirkungen der permanenten Seed-Implantation sind moderat. Drei bis vier Wochen nach der Implantation kann es zu einer vorübergehenden Reizung der Blase mit Brennen und vermehrtem Wasserlassen kommen. In seltenen Fällen ist auch der Enddarm gereizt. Als Spätfolge können Erektionsstörungen auftreten.
Eine weitere Methode der Bestrahlung von innen ist die Afterloading Therapie. Dabei werden kleine Hohlnadeln in die Prostata eingebracht.
Durch die hohen Strahlendosen kann es in Folge von Afterloading-Anwendungen in seltenen Fällen zu chronischen Entzündungen des End¬darms oder der Blase kommen. Als Spätfolge kann es zu einer erektilen Dysfunktion kommen.

Weitere Behandlungsformen mit Bestrahlung
Bei einigen Patienten wird die Strahlentherapie als zusätzliche Maßnahme nach der Operation durchgeführt (adjuvante Strahlentherapie). Damit soll das Risiko einer Wiedererkrankung (Rezidiv) vermindert werden. Darüber hinaus wird die Bestrahlung häufig auch zur gezielten Bekämpfung von Metastasen eingesetzt.
Ist eine Heilung der Tumorerkrankung nicht mehr möglich, lässt sich durch die Strahlentherapie eine starke Linderung der Schmerzen erreichen.

- Aktive Überwachung
Bei einigen Patienten mit bei einer geringen Tumorlast  ist auch ein zunächst abwartendes Vorgehen möglich.
Die Patienten müssen engmaschig kontrolliert werden. Erst wenn ein Progress des Prostatakarzinoms zu erkennen ist, wird eine Therapie eingeleitet.

3.3.2 Behandlungsmöglichkeiten beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom

- Hormontherapie

Haben sich bei Diagnose des Prostatakarzinoms bereits Lymphknoten¬ oder Knochenmetastasen gebildet, reicht die örtliche Behandlung mit Operation oder Strahlentherapie nicht mehr aus. Stattdessen kommen Behandlungsformen zum Einsatz, die im ganzen Körper wirksam sind (systemische Therapie).
Bei der Hormontherapie wird die Tatsache, dass rund 80 Prozent der Prostatakarzinome bei Testosteronentzug schrumpfen, zur Behandlung genutzt.
Das männliche Geschlechtshormon Testosteron wird zu mehr als 90 Prozent in den Hoden gebildet. Da es nicht nur das Wachstum von norma¬len, sondern auch von Prostatakarzinomzellen in der Prostata fördert, gehören die Entfernung des Testosteron produzierenden Gewebes in den Hoden (chi¬rurgische Kastration) beziehungsweise die medikamentöse Unterdrückung der Testosteronbildung (chemische Kastration) zu den wichtigsten hormonellen Therapieverfahren bei Prostatakrebs.

Kastration durch Operation
Für viele Ärzte gilt als Ziel einer Hormontherapie heute ein Testosteronspiegel von unter 20 ng/dl Dieser Wert entspricht dem Testosteronspiegel von Patienten, denen das Hormon bildende Hodengewebe operativ ent¬fernt wurde.
Vorteil der Operation, welche ambulant in unserer Praxis durchgeführt wird, sie ist unmittelbar wirksam und muss nur einmal durchgeführt werden.

Medikamentöse Kastration
Die Bildung oder Wirkung des körpereigenen Testosterons kann auch durch Medikamente unterdrückt werden (chemische oder medikamentöse Kastration).
LHRH-Analoga
Bei der chemischen Kastration kommen meist so genannte LHRH (Luteinisierendes Hormon-Releasing-Hormon)-Analoga zum Einsatz. Sie greifen so in den Hormonregelkreis ein, dass kein Testosteron mehr gebil¬det und das Tumorwachstum gestoppt wird.
Das Medikament wird den Patienten in der Regel in einem Abstand von drei oder sechs Monaten ins Unterhautgewebe gespritzt. Die Wirkung der LHRH-Analoga ist mit der operativen Hodengewebeentfernung iden¬tisch.

Anti-Androgene
Eine andere Variante der Hormontherapie ist die Gabe von Anti¬Androgenen. Sie unterdrücken die Wirkung des Testosterons, indem sie diesem den Zutritt zur Tumorzelle verwehren. Anti-Androgene können auch zusätzlich zur Hormontherapie eingesetzt werden, um das Prostatakarzinom voll¬ständig vor wachstumsstimulierenden Hormonen abzuschirmen.

Östrogene
Der Testosteronspiegel kann auch durch die Einnahme weiblicher Geschlechtshormone (Östrogene) gesenkt werden. Allerdings hat die Östrogenbehandlung erhebliche Nebenwirkungen (etwa schmerzhaftes Anschwellen der Brustdrüsen) und entspricht daher als alleinige Therapieform nicht mehr aktuellem medizinischem Standard.

Während der Hormonbehandlung können Herz-Kreislauf-Beschwerden, Thrombosen, Embolien und depressive Verstimmungen auftreten. Auch Hitzewallungen und Schweißausbrüche kommen vor. Außerdem müssen die Behandelten  mit verringertem sexuellen Antrieb und Impotenz rechnen

- Chemotherapie

Die Chemotherapie wird beim Prostatakarzinom meist erst angewendet, wenn die Möglichkeiten anderer Therapien wie Operation, Bestrahlung oder Hormontherapie ausgeschöpft sind.
Zur Behandlung werden Medikamente (Zytostatika) verabreicht, die das Zellwachstum und damit das Tumorwachstum verhindern. Da sich aber auch die Zellen der Haut, der Haare, der Schleimhäute und des Knochen¬marks teilen, werden auch sie durch die Chemotherapie angegriffen. Dadurch kann es zu Nebenwirkungen wie Haarausfall kommen; auch andere Organe können in Mitleidenschaft gezogen werden.
Andere Nebenwirkungen wie Übelkeit und Durchfall lassen sich mithilfe von Medikamenten meist gut kontrollieren.
Die Chemotherapie bringt  keine Heilung, aber sie kann den Krankheitsverlauf verzögern und die Schmerzen lindern.

3.4 Welche Therapie ist für mich die Richtige?


Jede Therapieentscheidung ist ein Einzelfall. Wir als Ihre behandelnden Urologen haben Sie untersucht und Ihnen auf dieser Grundlage eine Behandlung vorge¬schlagen. Und  Sie über die Vor- und Nachteile der verschiedenen zur Verfügung stehenden Therapieoptionen aufgeklärt.

Was jetzt weiter passiert, liegt letztlich in Ihren Händen.
Informieren Sie sich umfassend und beraten Sie sich mit uns. Wichtig ist, dass Sie von der Richtigkeit des Schrittes, den Sie nun gehen, überzeugt sind.

3.5 Während der Therapie und danach: Prostatakarzinom und Partnerschaft

Alle Behandlungsformen des Prostatakarzinoms haben mehr oder weniger starke Auswirkungen auf Ihr sexuelles Interesse und Ihre Potenz.
Als Folge einer operativen Entfernung der Prostata, teilweise auch im Zuge einer Strahlentherapie, ist die Erektionsfähigkeit oft beeinträchtigt. Wird der Tumor mit einer Hormontherapie behandelt, kann - zumindest zeitwei¬se - neben der Zeugungsfähigkeit auch die Lust am Sex schwinden.
Gehen Sie in die Offensive! Ersparen Sie sich falschen Erwartungsdruck und Ihrer Partnerin unnötige Enttäuschungen. Ein offenes Gespräch kann wesentlich zu einem intensiveren und erfolgreicheren Umgang mit Ihrer Krankheit beitragen und neue Wege zu einer liebevollen und sexuell befriedigenden Partnerschaft eröffnen.

3.6 Regelmäßige Nachuntersuchungen

Damit wir die Kontrolle über Verlauf und Erfolg der Therapie behalten -und bei einem Fortschreiten des Prostatakarzinoms schnell gegensteuern können - ist es wichtig, dass Sie vereinbarte Nachuntersuchungster¬mine unbedingt einhalten.
Kontrollen erfolgen zunächst meist alle drei Monate, später auch im Abstand von sechs oder zwölf Monaten. Zum Pflichtprogramm gehören die regelmäßige körperliche Untersuchung, eine Ultraschall-Untersuchung der Harnwege und ein meist vierteljährlicher Bluttest zur Bestimmung des PSA-Wertes.



Weitere Information:

Deutsches Krebsforschungszentrum
www.krebsinformation.de


Arbeitsgemeinschaft Urologische Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft (AUO)

Geschäftsstelle Bruno-Hermann-Weg 5
18299 Hohen Sprenz
Tel.: (03 84 54) 3 24 04
Fax: (03 84 54) 3 24 05


Patienteninformation der Deutschen Gesellschaft für Urologie
 
www.urologenportal.de/        

                                                                                                                                     

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS)

info@prostatakrebs-bps.de

http://www.prostatakrebs-bps.de/

gebührenfreie Beratungshotline 0800-7080123

 



PREFERE - Die Deutsche Prostatakrebs-Studie:

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